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Dreidimensionale Vermessung der Bavaria (München)

Auftraggeber

  • Freistaat Bayern

Projektinhalt

Im Jahre 1850 wurde die vom bayerischen Löwen begleitete Monumentalstatue der Bavaria auf der Münchner Theresienwiese in einem feierlichen Festakt enthüllt. Mit gut 18m Höhe ist sie die grösste gegossene kolossale Bronzestatue der Neuzeit. Mehr als 150 Jahre später wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig. Erstmals konnte die Bavaria nun wieder von einem Gerüst aus im Detail untersucht werden. Um diese einmalige Chance für Wissenschaftler, Restauratoren und die interessierte Öffentlichkeit zu nutzen, wurde vom Freistaat Bayern eine fotorealistische 3D-Vermessung in Auftrag gegeben.

Das von der Bauabteilung der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlößer, Gärten und Seen geleitete und vom Staatlichen Hochbauamt München durchgeführte Projekt konnte im Jahre 2002 mit finanzieller Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz begonnen werden.

Die auf dreidimensionale Vermessungen spezialisierten Ingenieurbüros ArcTron (Altenthann bei Regensburg) und Dr. König (Potsdam) sowie der 3D-Softwareentwickler Polymetric (Darmstadt) konzipierten ein spezifisches Datenerfassungs- und Datenverarbeitungskonzept, das von der grundlegenden 3D-Vermessung, über den Aufbau eines Informationssystem bis zur multimedialen Datenpräsentation reicht.

Ende 2004 konnten die aufwendigen Arbeiten an diesem komplizierten und für die Dokumentation von Großplastiken wegweisenden Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Im ersten Schritt wurde unter Einsatz modernster Messtechnik mit 3D-Laser- und Streifenlichtscannern ein hochpräzises Modell der Großbronze mit Genauigkeiten im Millimeterbereich erarbeitet. In einem aufwendigen zweiten Arbeitsschritt, der auch auf Grund der Datenmengen von fast 12 Milliarden 3D-Messpunkten als Pionierarbeit gelten darf, wurde mit entsprechenden Hochleistungsrechnern in Regensburg und Potsdam das 3D-Modell der Monumentalstatue errechnet.

Die am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt entwickelte Software musste dabei in der Lage sein, ein sehr genaues und optimiertes 3D-Netz mit fotorealistischer Texturierung zu erstellen. Getrennt in die einzelnen Gußsegmente und in verschiedenen Detailstufen kann der Bearbeiter die Bavaria jetzt am Rechner in allen Details dreidimensional studieren.

Auch für den Bau maßstabsgerechter 3D-Modelle im sogenannten Rapid-Prototyping-Verfahren ergeben sich jetzt neue Möglichkeiten für Ausstellungen, Museen und Marketing.

Diverse Technologien erlauben es, aus diesen 3D-Daten präzise maßstäbliche Kopien der Bavaria zu reproduzieren. Im Rahmen der umfänglichen wissenschaftlichen und restauratorischen Dokumentation in Zusammenarbeit mit dem Metallrestaurator Claus Haller

und weiteren Spezialisten der Firma Haber und Brandner und des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurden schließlich Hunderte von Einzelbeobachtungen zum Entstehungsprozess, zur Schadenssituation und zu den aktuellen Restaurierungsarbeiten in einem speziell von der ArcTron GmbH entwickelten 3D-Informationssystem mit angebundener Datenbank erfasst. Damit konnte ein System aufgebaut werden, das den Zustand der Bavaria exakt beschreibt und für zukünftige Maßnahmen und Beobachtungen als Referenz dienen kann. Das gesamte Projekt ist in einer multimedialen DVD-Präsentation aufbereitet und wird zusammen mit der geplanten monographischen Publikation des Projektes veröffentlicht werden.

Projektbilder

Bavaria Detail vom Kopf
Bavaria Ansicht
Bavaria Schadenskartierung
Arbeitsbild während der Dokumentationsphase
Arbeitsbild während der Dokumentationsphase
 
 

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Pressemitteilung