3D-Druck einer historischen Figur
3D-Puzzle für Museumsausstellung

Bavaria 3D-Puzzle

  • Auftraggeber
  • Haus der Bayerischen Geschichte
  • Inhalt
  • Produktion eines 3D Puzzles

Die Kolossalstatue der Bavaria als 3D-Puzzle im Masstab 1:15

Die Bavaria in München ist ein wunderbares Beispiel, wie 3D-Daten die bereits in den Jahren 2002-2004 erhoben und modelliert wurden, im Jahr 2019  – allerdings jetzt für ganz andere Zwecke – wieder genutzt werden können.
Im Jahre 1850 wurde die vom bayerischen Löwen begleitete Monumentalstatue der Bavaria auf der  Theresienwiese in München in einem feierlichen Festakt enthüllt. Mit gut 18m Höhe ist sie die größte gegossene kolossale Bronzestatue der Neuzeit. 

Im Jahr 2002 wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der Bavaria notwendig. Erstmals konnte sie nun wieder von einem Gerüst aus im Detail untersucht werden. Um diese einmalige Chance für Wissenschaftler, Restauratoren und die interessierte Öffentlichkeit zu nutzen, wurde vom Freistaat Bayern eine fotorealistische 3D-Vermessung in Auftrag gegeben. Die auf dreidimensionale Vermessungen spezialisierten Ingenieurbüros ArcTron3D (Altenthann bei Regensburg) und Dr. König (Potsdam) sowie der Softwareentwickler Polymetric (Darmstadt) konzipierten damals ein spezifisches Datenerfassungs- und Datenverarbeitungskonzept, das von der grundlegenden 3D-Vermessung, über den Aufbau eines Informationssystem bis zur multimedialen Datenpräsentation reichte. Ende 2004 konnten die aufwendigen Arbeiten an diesem komplizierten und für die 3D-Dokumentation von Großplastiken wegweisenden Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

14 Jahre später erreichte ArcTron3D  die Anfrage des „Hauses der Bayerischen Geschichte“, ob dieses 3D-Modell für ein großformatiges 3D-Puzzle im neu entstehenden  „Museum der Bayerischen Geschichte“ in Regensburg wieder „reaktiviert“ werden könne?  Dafür wurde das Bavaria-Modell zunächst aus den „Tiefen“ des Archivs geholt, „wiederbelebt“ und auf eine vertretbare Polygonzahl reduziert und anschließend in mehrere „Puzzle“-Teile zerlegt, wobei die während des ursprünglichen Produktionsprozess tatsächlich realisierten Gussteile bei der Segmentierung berücksichtigt wurden. Die Puzzle-Teile selbst wurden dann mit speziellen ineinander setz- und schiebbaren Steckverbindungen im Massstab 1:15 neu konzipiert.  Anschließend konnten die Teile der Bavaria in flexiblen thermoplastischen Biowerkstoffen (PLA-Soft) auf einem großformatigen 3D-Drucker ausgedruckt werden.

In der Ausstellung haben nun Besucher die Gelegenheit, die einzelnen Elemente der Bavaria interaktiv zusammenzusetzen und mehr über die Produktionstechniken dieser größten Kolossal-Statue der Neuzeit zu erfahren.

Das fertige 3D Puzzle

3D-Druck der Bavaria als 3D-Puzzle zusammengebaut