Die Digitalisierung erleichtert die Restaurierungsarbeiten
hochauflösendes Ergebnis durch die Kombination von 3D-Vermessungstechnologien

3D Dokumentation Mahnmal Dachau

Gedenkskulptur des jugoslawischen Künstlers Nandor Glid (12.12.1924 – 31.03.1997)

2019/2020 konnte die ArcTron 3D GmbH im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Dachau und der Metall-Restaurierungsspezialisten von Haber & Brandner (Regensburg) das “Internationale Mahnmal” im Konzentrationslager Dachau dreidimensional visualisieren und detailliert dokumentieren.

Bedeutung und Entstehung der Skulptur

Die Gedenkskulptur (L. 16,27m, H. 6,16m, B. 2,80m) wurde 1969 von dem jugoslawischen Künstler Nandor Glid (12.12.1924 – 31.03.1997) geschaffen, der in Auschwitz seinen Vater und den Großteil seiner Familie verloren hatte. Er gewann 1967 den internationalen Wettbewerb für diese Gedenkskulptur. Die komplexe Skulptur zeigt “Pfähle, Gräben und Stacheldraht” als Symbole für die Sicherungsanlagen des Konzentrationslager. Menschliche Skelette, verfangen im Stacheldraht, gedenken derjenigen, die aus Verzweiflung in den “Draht gingen” und sich dadurch das Leben nahmen.

Orthografische Ansicht der KZ Skulptur in Dachau
3D Vermessung des Mahnmals in Dachau

Im Vorfeld der Restaurierungsarbeiten wurde in der Kombination von 3D-Laserscanning (RIEGL VZ400) und Photogrammetrie (NIKON D800E) ein hochaufgelöstes, millimetergenaues 3D-Modell generiert. Dafür wurden 3D-Laserscans aus ca. 40 Positionen – zum Teil auch über WLAN ferngesteuert von einer Hebebühne aus – aufgenommen. Anschließend konnte das gesamte Objekt vom Boden und von der Hebebühne aus mit ca. 7.500 hochaufgelösten Fotos mit kalibrierter DSLR-Kamera (36 MP) und hochwertigen Objektiven dokumentiert werden. Aus technischer Sicht war das Projekt wegen der komplexen Geometrien  mit  vielen Hinter- und Unterschnitten  anspruchsvoll zu realisieren.

Für die kombinierte Verarbeitung  von 3D-Laserscans und 3D-Photogrammetrien nutzen und vertreiben wir die leistungsstarke Photogrammetrie-Suite Reality Capture (Epic Games). Als Ergebnis liegen ein extrem detailliertes  3D-Modell der Gedenkskulptur und eine genaue Dokumentation mit Orthofotos vor, die für die weitere Planung und Dokumentation der  Restaurierungsarbeiten verwendet wurden.