Historische 3D-Rekonstruktion...
auf Basis von Vermessungsdaten & historischen Aufzeichnungen

VR-Anwendung Synagoge Georgensgmünd

Zeitreise in die Vergangenheit der jüdischen Gemeinde 1836

VR-Simulation des Synagogenhauptraums in Georgensgmünd

In der fränkischen Gemeinde Georgensgmünd bestand vom 16. bis zum 20. Jahrhundert ein aktives jüdisches Leben. Zeitweise machte die jüdische Bevölkerung im 17. Jahrhundert sogar über ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Ortes aus. Im Jahr 1734 wurde die jetzige Synagoge errichtet. Nach 1938 wurde die Synagoge nicht mehr aktiv genutzt, heute stellt sie zusammen mit dem jüdischen Friedhof und dem Totenwaschhaus (Taharahaus) ein komplett erhaltenes und restauriertes Ensemble dar, welches das frühere jüdische Leben in ländlichen Gemeinden widerspiegelt.

UAV-Architekturbefliegung
Gebäude der Synagoge Georgensgmünd

Seit kurzer Zeit können sich Besucherinnen und Besucher im ehemaligen Gebetsraum der Synagoge auch mit Virtual Reality auf Entdeckungsreise begeben und zurück in das Jahr 1836 reisen.
Um diesen Blick in die Vergangenheit zu ermöglichen, haben die Vermessungsingenieure von ArcTron 3D GmbH zunächst den kompletten Innenraum der Synagoge mithilfe einer Kombination aus 3D-Laserscanning und Photogrammetrie digital erfasst. Aus den Messdaten wurde dann ein hochaufgelöstes 3D-Modell generiert, welches die Grundlage für die weitere Rekonstruktion bildet.

Synagoge Innenvermessung mittels Laserscanning
Vermessung mit 3D-Laserscanner
Drohnenbefliegung im Innenraum
Photogrammetrische Drohnenvermessung

Mithilfe dieses aktuellen Geometrie-Modells als architektonische Grundlage sowie historischen Grafiken, Plänen und Bildern als Vorgabe für nicht mehr vorhandene Details, konnten die 3D- und Multimedia-Spezialisten die Synagoge im Zustand von 1836 realistisch und detailgetreu nachbilden. Neben der Modellierung der Geometrie wurde ein starker Fokus auf die korrekte Darstellung der Wandmalereien (übrigens ein Werk des damals bekannten polnischen Wandermalers Elieser Sussmann), des Bodenbelages und den Treppenstufen zum Thoraschrein gelegt. Vor allem die komplexen Wandbemalungen stellten dabei eine besondere Herausforderung dar, das finale Ergebnis erscheint dadurch jedoch umso eindrucksvoller.

Aufwendige Decken- und Wandmalereien

Neben dem Innenraum selbst wurden auch viele authentische Gegenstände des damaligen Mobiliars auf Basis von alten Plänen oder Vergleichsmodellen detailreich rekonstruiert. Dazu gehören unter anderem der Thoraschrein mit Vorhang, die Bima, mehrere Lesepulte, verschiedene Kerzenleuchter sowie das Ewige Licht.

Interieur des Synagogenhauptraumes

Die final modellierte und texturierte Synagoge samt diversem Interieur wurde anschließend in eine Echtzeitumgebung überführt, um dort die VR-Anwendung zu generieren. In dieser virtuellen Simulation befindet sich die Betrachterin oder der Betrachter mitten auf dem Podest der Bima und hat einen 360°-Ausblick auf den Gebetsraum. Im Raum befinden sich fünf korrekt verortete und interaktiv ansteuerbare Info-Punkte (POIs) zu den Themen Thora-Nische, Wandmalereien, Bima, Frauenempore und Babyreiche. Wird einer dieser POIs per Kopfbewegung anvisiert und damit ausgewählt, werden interessante Zusatzinformationen zu diesem Thema als Audio-Inhalt wiedergegeben.