Feuchtmayer-Statue

  • Auftraggeber
  • Badisches Landesmuseum Karlsruhe
  • Inhalt
  • Scan und Reproduktion einer Statue

3D-Digitalisierung & Replikation einer Rokoko Feuchtmayer-Skulptur im Klostermuseum Salem

Das Ziel dieses vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe beauftragten „HighTech“-Projektes war die hochwertige Replik-Erstellung einer hölzernen Rokoko-Feuchtmayer-Skulptur aus dem Klostermuseum Salem. Für die Projektumsetzung wurde die für Ihre Archäologie-, Bau- und Kunstdenkmalpflege-Dokumentationen auch international renommierte ArcTron 3D GmbH aus Altenthann bei Regensburg gewonnen.

Die Anfertigung einer originalgetreuen Nachbildung mit neuester 3D-Drucktechnologie im Maßstab 1:1 setzte zunächst die hochgenaue, detaillierte dreidimensionale Vermessung der Skulptur voraus.

Dazu erfassten die Spezialisten der ArcTron GmbH die gesamte zum Teil komplex unter- und hinterschnittene Skulpturoberflächen mit einem 3D-Streifenlichtscanner und einer sehr hochauflösenden professionellen DSLR-Kamera. Zusätzlich wurden mit spezieller LED-Ausleuchtung radiometrische Informationen des Objektes aufgenommen. So konnten neben den dreidimensionalen Geometriedaten mit Auflösungen im Hundertstel-Millimeter-Bereich auch die kalibrierten Farbinformationen gewonnen werden.

Aus diesen sehr umfangreichen Daten wurde im Zuge einer komplexen, bei ArcTron seit vielen Jahren stetig weiter entwickelten, dreidimensionalen Datenprozessierungs-Pipeline ein originalgetreues photorealistisches 3D-Modell generiert. Die annähernd lebensgroße Feuchtmayer-Statue liegt damit erstmals in extrem hoher Detailauflösung dreidimensional und farbgetreu digitalisiert vor. Sie kann auf diese Weise als digitales 3D-Modell auch für Forscher, Restauratoren oder viele andere Anwendungen, z.B. in der Informationsvermittlung für Museumsbesucher zur Verfügung gestellt werden.

Eine große Herausforderung war schließlich auch die originalgetreue Replikation dieser Statue mit neuesten 3D-Drucktechnologien. ArcTron verwendet hierfür hochauflösende 3D-Drucker. Ein gipspulverbasiertes System erlaubt einen Schichtaufbau von 1/10-Millimeter in Farbe. Da jeweils nur bestimmte Einzel-Bauteilgrößen realisierbar sind, wurde die Statue zunächst am Rechner in 26 einzelne Teile zerlegt. Die Teile wurden dann mit dem 3D-Drucker ausgedruckt und in der Modellbauabteilung der Firma so fugenschlüssig zusammengebaut, dass am Ende eine präzise Kopie der Statue entstand.

Durch den Farbdruck konnte eine präzise, bereits farbige, allerdings in Details überarbeitungsbedürftige Vorlage produziert werden. In einem letzten Schritt wurde deshalb die farbige Fassung durch eine ebenfalls restauratorisch erfahrene Kirchenmalerin überarbeitet und verfeinert.

Als Ergebnis dieser vielstufigen Projektrealisierung liegt nun eine außerordentlich genaue 1:1-Kopie dieser Feuchtmayer-Skulptur vor, die rein optisch vom Original kaum zu unterscheiden ist.

„Joseph Anton Feuchtmayer (1696 – 1770) war ein bedeutender Stuckateur und Bildhauer, Altarbauer und Kupferstecher des süddeutschen Barock und Rokoko, der vorwiegend im Gebiet um den Bodensee und in der Schweiz tätig war.

Für den Salemer Marstall – den prachtvollen und zu Repräsentationszwecken genutzten Pferdestall – schuf er einst einen Zyklus von einzigartigen Skulpturen. Aus konservatorischen Gründen können die sog. „Salemer Stifter“ nicht mehr an ihrem Ursprungsort aufgestellt werden. Deswegen nehmen sie nun eine zentrale Position in der Ausstellung des Badischen Landesmuseum „Meisterwerke der Reichsabtei“ in Kloster und Schloss Salem ein. Nun kehrt eine der Skulpturen an ihren angestammten Platz zurück – als maßstabsgetreues Replikat.“
Badisches Landesmuseum Karlsruhe

Hologramm zum Herstellungsprozess der Feuchtmayer-Skulptur