• Auftraggeber
  • Museum Rietberg Zürich/Schweiz
  • Inhalt
  • Dokumentation und Visualisierung
  • Schlagwörter

Chavín – Peru. Kombinierte 3D-Technologien zur Dokumentation und Visualisierung einer Unesco-Welterbestätte

Für die große Chavín Ausstellung des Rietberg Museums in Zürich wurde der zeremoniale Tempelkomplex in den Anden auf 3.200 m Höhe dreidimensional dokumentiert zusammen mit verschiedenen bedeutenden steinernen Monumenten der Chavín-Kultur. Ziel war es, einerseits umfangreiche Inhalte für die Ausstellung zu generieren, andererseits diese umfassende 3D-Bestandsdokumentation für Forschungs- und Restaurierungsmaßnahmen einsetzen zu können.
Für dieses Projekt kamen unterschiedliche Technologien zum Einsatz – hochauflösendes Streifenlichtscanning mit terrestrischem Laserscanning und der „Structure from Motion“-3D-Photogrammetrie. Neben den bodengestützten Verfahren wurde auch ein leistungsstarker Octocopter und ein motorisierter Gleitschirm mit 3D-Photogrammetrie-Technologien eingesetzt.

In nur 3 Wochen dokumentierte ein 3-köpfiges Vermessungsteam vor Ort die gesamte Tempelanlage in Millimetergenauigkeit, aber auch einzelne Objekte von nationaler peruanischer Bedeutung wie den Tello-Obelisk bzw. das monumentale Lanzón-Kultbild und einige weitere Chavín-Reliefs in Submillimetergenauigkeiten.

Das nahezu 4 m hohe Kultbild der Lanzón wurde schließlich aus den Computerdaten als Replikat in Originalgröße reproduziert. Außerdem rekonstruierten unsere Multimedia-Spezialisten auch große Teile der Anlage in ihrem ehemaligen Aussehen für eine virtuelle Filmproduktion im Kino der Ausstellung.

Auch für den Ausstellungskatalog konnten vielfältige Pläne, Grafiken und Rekonstruktionen erstellt sowie faszinierende Luftbild-Panoramen aus dem Gleitschirmtrike geliefert werden.

Das Schweizer Fernsehen SRF begleitete die Arbeiten zur 3D-Dokumentation der Tempelanlage von Chavín.

Der Film zur Ausstellung - jetzt in voller Länge

Die zu Beginn des 20. Jhs. entdeckte Tempelanlage von Chavín de Huántar liegt im peruanischen Departement Áncash auf etwa 3200m Seehöhe. Sie stammt aus dem 2. und 1. Jt. v. Chr. und gilt als das Zentrum der nach ihr benannten andinen Mutterkultur.

Neben der Anlage selbst sind es vor allem die reliefierten Steinskulpturen, die von überregionaler Bedeutung sind, wobei hier vor allem die Götterstatue des Lanzón und der Tello-Obelisk zu nennen sind. Auf letzterem konnte die älteste bekannte Darstellung eines kosmologischen Konzepts identifiziert werden.

Für die Ausstellung „Chavin – Perus geheimnisvoller Andentempel“ des Museums Rietberg in Zürich realisierten nun die Multimediaspezialisten von ArcTron basierend auf den im Frühjahr 2012 erarbeiteten Vermessungsergebnissen eine virtuelle Rekonstruktion des Komplexes in seiner jüngsten Bauphase. Dabei wurden alle verfügbaren Daten in Kooperation mit den Vermessern gesichtet und entsprechend für die Weiterverarbeitung aufbereitet.

Ein knapp 20-minütiger Film ging auf die Baugeschichte der Anlage und ihre Besonderheiten wie die intentionelle Errichtung in der exponierten Lage des Zusammenflusses zweier Gebirgsströme ein. Außerdem wurden kosmologische Zusammenhänge und die Errichtung entlang zweier unterschiedlicher Achsen dargestellt um ein höchst detailreiches Bild der kultischen Handlungen und Abläufe zu präsentieren. Quasi als Auserwählter folgt man nun – von Drogen berauscht – einem Tempelpriester ins Innere des Heiligtums, wo einem die höchste Ehre zuteil wird und man des Kultbilds des Lanzón ansichtig wird.