- Auftraggeber
- Stadt Paderborn
- Inhalt
- Historische Architekturrekonstruktion
- Verwandte Themen
- Erbes-Büdesheim Grabungsdigitalisierung
- Rekonstruktion Johannistor
- Schlagwörter
Im April 2026 wurde die urbane Flusslandschaft der Pader unter dem Titel „Stadt. Mensch. Fluss. – Die Pader für Europa“ mit dem Europäischen Kulturerbesiegel 2025 ausgezeichnet. Zwischen Paderborn und Neuhaus zweigt sich die Mühlenpader von der Großen Pader ab. Hier stand von 1596 bis 1966 die historische Walkmühle, welche ab 1664 urkundlich belegt ist. Dort nutzte sie die Wasserkraft des Flusses, um durch rhythmisches Stampfen und Schlagen Wollstoffe zu verdichten und wetterfest zu machen – ein für die Textilproduktion vergangener Jahrhunderte unverzichtbares Handwerk. Heute sind nur noch Teile des Flutwerks und der Ufermauer vorhanden.
Vor Beginn der eigentlichen Rekonstruktionsarbeit diente eine Drohnenbefliegung des Standorts dazu, ein präzises räumliches Verständnis der Örtlichkeit zu gewinnen. Die dabei entstandenen Aufnahmen ermöglichten eine detaillierte Analyse der Topografie und der heutigen Situation an der Mühlenpader. Ergänzend wurden 360°-Panoramen des Geländes erstellt, die nicht nur als Planungsgrundlage dienten, sondern auch eigenständig zur digitalen Informationsvermittlung eingesetzt werden können – etwa auf Webseiten oder in interaktiven Anwendungen.
Die eigentliche 3D-Rekonstruktion erfolgte hauptsächlich auf Grundlage historischer Fotografien, von denen zu Beginn des Projektes nur wenige zur Verfügung standen. In mehreren Korrekturläufen wurde das Modell schrittweise verfeinert: Im Laufe des Prozesses konnten weitere Quellen – darunter Unterlagen mit präziseren Maßangaben sowie Hinweise zum konstruktiven Aufbau des Walkmechanismus – erschlossen werden und, soweit zum jeweiligen Bearbeitungsstand möglich, in die Rekonstruktion einfließen.
Der inhaltliche Schwerpunkt lag bei der Umsetzung auf der detailgetreuen äußeren Darstellung des Gebäudes sowie auf der Modellierung und Animation des charakteristischen Walkmechanismus. Um das Gebäude und seine Funktion auch im Inneren nachvollziehbar zu gestalten, wurde zusätzlich eine grobe Innenraumeinteilung erarbeitet. Ergänzende Objekte wie ein Kesselherd, ein Tisch sowie Wäscheleinen mit aufgehängtem Tuch im angedeuteten Gartenbereich verleihen dem Modell Lebendigkeit und verdeutlichen die alltägliche Nutzung des Gebäudes.
Das Ergebnis der Rekonstruktion ist ein interaktives 3D-Modell, das auf Sketchfab veröffentlicht wurde und dort frei zugänglich und erkundbar ist. Begleitend entstand ein ansprechendes Animationsvideo, das als inhaltliche Vorschau dient und einen kompakten Einblick in die rekonstruierte Walkmühle und ihren Betrieb bietet. Beide Medien sind flexibel einsetzbar und können auf geeigneten digitalen Kanälen präsentiert werden.