- Auftraggeber
- Stadtmuseum Hofheim am Taunus
- Inhalt
- Programmierung von VR-Anwendung, historische Landschaftsrekonstruktion
- Verwandte Themen
- vr-anwendung-museumsausstellung
- georgenburg-vr-anwendung
- Schlagwörter
Heute ist der Kapellenberg bei Hofheim am Taunus überwiegend bewaldet. Vor rund 6.000 Jahren, im Neolithikum, jedoch befand sich hier eine der größten jungsteinzeitlichen Siedlungen Mitteleuropas: Eine beeindruckende Anlage der Michelsberger Kultur mit einer Ausdehnung von über 70 Hektar und vermutlich mehreren Tausend Bewohnern.
Für das Stadtmuseum Hofheim am Taunus wurden zwei speziell entwickelte Virtual-Reality-Anwendungen realisiert, die Besucherinnen und Besuchern einen immersiven Einblick in das jungsteinzeitliche Leben auf dem Kapellenberg ermöglichen. Beide VR-Erlebnisse verfolgen unterschiedliche Ansätze – von einer erzählerisch geführten Erfahrung bis hin zu interaktiven Stationen mit modernem Handtracking.
In der ersten VR-Anwendung erleben die Besucher eine geführte virtuelle Reise: Sie schlüpfen in die Rolle eines Kindes, das gemeinsam mit seinem Vater den Weg hinauf zur jungsteinzeitlichen Siedlung auf dem Kapellenberg zurücklegt. Der Großteil der Erfahrung findet dabei auf dem Rücken eines Ochsens statt, der den Pfad in die Siedlung hinaufführt.
Diese bewusst passive VR-Erfahrung ermöglicht es, die rekonstruierte Umgebung intensiv auf sich wirken zu lassen. Ohne Controller oder komplexe Eingaben können sich die Nutzer frei umsehen, den Dialogen lauschen und vollständig in die virtuelle Welt eintauchen. Die Anwendung ist in vier erzählerische Kapitel unterteilt, die sich schrittweise der Siedlung nähern und dabei Wissen über Alltag, Umwelt und Kultur der Jungsteinzeit vermitteln.
Die Kapitel werden in einem virtuellen Museumsraum ausgewählt. Die Navigation erfolgt über eine Blicksteuerung (Head-Gaze-Interaction), wodurch die Bedienung besonders intuitiv und barrierearm ist. Bereits gesehene Kapitel können erneut abgespielt werden, bevor zum nächsten Abschnitt gewechselt wird.
Ergänzt wird der Museumsraum durch ein virtuelles 3D-Modell des Kapellenbergs, auf dem nach jedem Kapitel zusätzliche Informationen eingeblendet werden – begleitet von erklärendem Sprechertext.
Während die erste Anwendung auf erzählerische Immersion setzt, bietet die zweite VR-Anwendung ein aktives, interaktives Erlebnis. Statt klassischer VR-Controller kommt hier eine moderne und besonders benutzerfreundliche Technologie zum Einsatz: Handtracking
Die Nutzer interagieren direkt mit ihren eigenen Händen und Fingern in der virtuellen Realität. Virtuelle Objekte können gegriffen, bewegt oder zusammengesetzt werden, Buttons werden durch natürliche Handbewegungen ausgelöst. Diese Form der Interaktion sorgt für ein besonders einfaches, intuitives und realistisches VR-Erlebnis, das sich deutlich von klassischen VR-Games unterscheidet.
Auch hier dient ein virtueller Museumsraum als zentraler Ausgangspunkt. Von dort aus lassen sich vier interaktive Stationen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anwählen:
Die beiden VR-Anwendungen zeigen eindrucksvoll, wie Virtual Reality historische und archäologische Inhalte auf neue Weise erlebbar macht. Durch die Kombination aus erzählerischer Führung, intuitiver Interaktion, immersiven 3D-Rekonstruktionen und modernen Eingabemethoden wie Handtracking entsteht ein Vermittlungsformat, das Wissen nicht nur vermittelt, sondern emotional erfahrbar macht.