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Wiener Karlskirche

Auftraggeber:

  • Verein der Freunde und Gönner der Wiener Karlskirche

Projektbeschreibung:

Die Wiener Karlskirche gehört zu den bekanntesten Baudenkmälern der Stadt Wien.
Nach der letzten großen Wiener Pestepidemie 1713 von Kaiser Karl VI. als Kirche für den Namenspatron und Pestheiligen Karl Borromäus gelobt, entstand die Karlskirche in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie beherrscht mit ihrer Kuppel und den zwei flankierenden Reliefsäulen den seit Ende der 1980er Jahre als Ensemble wiederhergestellten Karlsplatz.

Eine der großen Attraktionen der Karlskirche sind im Innenraum die Fresken in der Kuppel in ca. 40m Höhe, die über einen Panoramaaufzug zugänglich sind. Der während der Kuppelfresken-Renovierung 2002 aufgestellte Kirchenaufzug ist bis heute eine wichtige Einnahmequelle. Die Besucher der Karlskirche beurteilen den Aufzug allerdings sehr ambivalent, einerseits einzigartig wegen der Möglichkeit, die Kuppelfresken aus der Nähe in Augenschein zu nehmen, andererseits den Inneneindruck natürlich stark beeinträchtigend.

Vom Karlskirche-Verein wurde deshalb 2016 zunächst ein Pilotprojekt initiiert, das über moderne 3D-Vermessung und „Virtuelle Realität“ (VR) einen alternativen Zugang zu der Kirche und eine besondere neue Attraktion für die Besucher schaffen sollte. Im Rahmen einer ersten exemplarischen 3D-Aufnahme konnte ArcTron 3D große Teile der Karlskirche in einer Kombination aus terrestrischem Laserscanning und hochauflösender 3D-Photogrammetrie - u.a. unter Einsatz sub-Millimeter-genauer Laserscantechnik - dreidimensional digitalisieren.

Die großen Messdaten-Mengen wurden in einem komplexen Verarbeitungsprozess zu hochgenauen 3D-Daten fusioniert und insbesondere für die Fassade und die beiden Reliefsäulen zu photorealistischen 3D-Modellen weiter verarbeitet. Diese wurden anschließend in eine VR-Echtzeitumgebung überführt. Die VR-Anwendung wurde mit unserem Kooperationspartner, dem Wiener 3D-Medien-Unternehmen 7reasons realisiert, das zudem als Wien- und Karlsplatz-Spezialist für dieses Projekt besonders prädestiniert ist.
Für die Besucher der Karlskirche wurde als neue Attraktion so ein entsprechender virtueller Flug um die Karlskirche realisiert, der neben Audio-Information auch einen immersiven "Flug" zur und um die Karlskirche sowie einen genaueren Blick auf die Motive der beiden Reliefsäulen erlaubt, die dem Leben und Wirken des heiligen Karl Borromäus gewidmet sind.

Die Ergebnisse dieses Pilotprojektes werden derzeit evaluiert. Abhängig davon sollen gegebenenfalls weitere Schritte zur Digitalisierung und didaktischen Vermittlung der Geschichte, Kunstgeschichte und des umfangreichen Bildprogramms der Karlskirche initiiert werden. Ein virtueller Rundgang mit Besuch der Kuppelfresken wäre eine der angedachten Alternativen, sollte der Panorama-Aufzug im Inneren nun doch abgebaut werden.