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Portal und agilolfingischer Türzieher

Auftraggeber

  • Archäologische Staatssammlung München

Projektinhalt

Der außergewöhnliche Türzieher stammt vom Portal der ältesten Kirche von Kloster Frauenwörth im Chiemsee. Im Auftrag der Archäologischen Staatssammlung München konnten wir 2007 sowohl das komplette romanische Portal wie auch den Türzieher in einer Kombination aus terrestrischem 3D-Laserscanning und hochauflösenden Streifenlichtscans dokumentieren. Aus den 3D-Modellen des Türziehers wurde schließlich eine präzise Replik gefertigt, so dass das originale Objekt vor Ort durch eine bronzene Kopie ersetzt werden konnte.

Der meisterlich gearbeitete menschengesichtige Löwenkopf befindet sich auf der Außenseite einer kleinen zentralen Tür im zweiflügeligen Portal. Als Türzieher trägt er im Maul einen großen Ring. Der Löwenkopf wurde lange Zeit für hochmittelalterlich gehalten. Nach den neuesten Forschungen von Hermann Dannheimer sind unmittelbar vergleichbare Stücke aber nur in Aachen an den im Auftrag von Karl dem Großen für seine Pfalzkapelle gegossenen Bronzetüren erhalten. Diese sind im ausgehenden 8. Jahrhundert - wohl kurz vor 800 - angefertigt worden. 

Da nach Hermann Dannheimer auch einige andere Elemente des Portals der ältesten Kirche des Frauenwörther Klosters zugeordnet werden können, dürfte auch der Türzieher aus der Zeit um 780 stammen. Er  wäre dann mit dem Klostergründer und bayerischen Stammesherzog Tassilo III. (um 741-796) zu verbinden. 

Projektbilder

Terrestrischer Laserscann des Portals
3D-Modell (Detail des Portals)
Agilofingischer Türzieher (Seitenansicht)