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Der Koloss des Kaisers Konstantin - 3D-Dokumentation, Rekonstruktion und Kopie

Auftraggeber

  • Konstantin Ausstellungsgesellschaft Trier
  • Musei Capitolini, Rom

Projektinhalt

Als Wegbereiter des Christentums aber auch als skrupelloser Machtpolitiker ging der römische Kaiser Konstantin der Große (307-337 n. Chr.) in die Geschichte ein. Sein weltberühmtes, rund 3m hohes Kolossalporträt in den Kapitolinischen Museen zu Rom gehört zu den meist gesehenen und am häufigsten in Bildern verbreiteten Antiken Roms. Der Kopf krönte eine rund 12m hohe Sitzstatue, die noch in weiteren monumentalen Fragmenten überliefert ist. Sie war einst in der Maxentius Basilika an der Via Sacra zwischen Forum Romanum und Kolosseum aufgestellt.

Auf Grund der Bekanntheit des Kopfes sollte dieser auch bei der Konstantin-Landesausstellung in Trier 2007 zu sehen sein, er durfte jedoch Italien nicht verlassen. Wegen der empfindlichen Marmoroberflächen kam auch eine herkömmliche Abformung mit Silikonkautschuk nicht in Frage. Nach einer bereits 2005 zusammen mit Dr. Eckart Köhne von der Konstantin Ausstellungsgesellschaft (Trier) begonnenen Konzeptions- und Planungsphase konnten wir 2006 mit der hoch präzisen 3D-Streifenlicht-Dokumentation sämtlicher Fragmente in Rom beginnen. In enger Zusammenarbeit mit Dr. Claudio Parisi-Presicce von den Kapitolinischen Museen wurden diese am Rechner modelliert, nach statischen Gesichtspunkten geprüft, positioniert und ein nach archäologischen Quellen und Vergleichen gut begründeter Rekonstruktionsvorschlag der Gesamtstatue und eine entsprechende Rekonstruktion mit multimedialer Visualisierung erarbeitet.

In einem weiteren Arbeitsschritt konnte schließlich in der Zusammenarbeit mit mehreren weiteren Firmen (Prometheus, Frankenschotter, EEW, Delcam) eine Verfahrenskette entwickelt werden, in der der kolossale Kopf mit modernster Frästechnologie im Maßstab 1:1 aus einem ursprünglich 25t schweren Carrara- Marmorblock repliziert wurde. Das aufwendig gefräste Ergebnis wurde am Ende noch in traditioneller Bildhauertechnik nachgearbeitet und patiniert, um dem Original so nahe wie möglich zu kommen. In der Ausstellung ließ sich so dank der Kopie des Kopfes der Machtanspruch Konstantins in wahrhaft monumentaler Form erleben.

Projektbilder

Download

Fallstudie des Konstantinprojekts (PDF)