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Frühkeltische Kinder-Doppelbestattung

Auftraggeber

  • Landesdenkmalamt Saarland

Projekt

Kurzfristig für unsere Kunden auf außergewöhnliche Sonderbefunde zu reagieren … das ist unsere erklärte Zielsetzung und besondere Dienstleistung. So waren wir im Jahre 2005 auch sehr kurzfristig für die Dokumentation eines außergewöhnlichen keltischen Grabes in der Adelsnekropole Reinheim „Horres“ zur Stelle.

Der abgebildete Grabbefund wurde direkt nach der Freilegung durch das „Landesdenkmalamt Saarland“ noch am selben Abend und in der Nacht innerhalb weniger Stunden in allen Details submillimetergenau dokumentiert. Zum Einsatz kam auch hier eine Kombination aus 3D-Laserscanning und hochauflösendem 3D-Streifenlichtscanning.

Nur etwa 20cm unter der heutigen Ackeroberfläche fand sich in einer noch rund 30cm tiefen Grabgrube ein frühkeltisches Doppelgrab mit einem 12-14 Jahre alten Mädchen und einem etwa 10-jährigen Jungen. Die Geschlechtsbestimmung konnte auf Grund des schlechten Zustandes des Mädchenskelettes nur archäologisch anhand der Beigaben erfolgen. Das Mädchen (im Bild links) war mit jeweils zwei bronzenen Hals-, Arm- und Fußringen sowie drei Fibeln, darunter eine mit Pferdchendarstellung, überaus reich ausgestattet. Bei ihr fand sich als weitere Beigaben noch ein Gürtelhaken mit Gürtelkette an der ehemals 12 blaue Glas- bzw. Bernsteinperlen hingen.

Der Junge trug - offenbar als Statussymbol – am rechten Arm einen Bronzering. Eine kleine Bronzefibel entdeckte man auf seiner linken Brust und eine eiserne Pfeilspitze rechts des Schädels.  Die DNA-Untersuchungen konnten die Vermutung, es handele sich um Geschwister, nicht sicher bestätigen. Die gleichzeitige  Grablegung führt aber unweigerlich zu der Frage, ob es sich auch bei diesem Befund um das in keltischer Zeit häufiger beobachtete Phänomen der „Totenfolge“ handelt?

Projektbilder