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Hügel 8: Kammergrab mit exklusiven Funden
Im Gegensatz zu Hügel 1 war Hügel 8 mit einem Durchmesser von etwa 10,5 m ohne
Steineinbauten errichtet worden. Im Zentrum der aus Auelehmen aufgebauten Schüttung
wurde eine langrechteckige, etwa 2,4 m x 2,1 m messende, nordnordwest-südsüdost
orientierte Grabkammer mit nur geringen Holzresten aufgedeckt.
| Kinding-Ilbling: Hügel 8. Grabungsfoto, Plan und idealisierte 3D-Rekonstruktion der Grabkammer |
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In der Kammer fand sich eine Doppelbestattung mit zwei gut erhaltenen Skeletten im
Zentrum und am Ostrand der Grabkammer. Die anthropologische Bestimmung ergab
einen frühmaturen Mann und eine spätadulte Frau.
Während die Verlagerung des linken Beines von Skelett 1 auch auf postmortale
Ursachen zurückgeführt werden könnte, ist die weibliche Bestattung im Becken- und
Beinbereich durch eine antike Beraubung massiv gestört.
Als Beigaben waren insgesamt 16 Gefässe eingebracht. Dabei zeichnet vor allem das
südwestliche Scherbenpflaster die Ecke der Grabkammer deutlich nach. Einige
Fundstücke zwischen Becken und Brustkorb des männlichen Skeletts wurden bei der
Beraubung übersehen.Es handelt sich um einen eisernen Gürtelhaken, der die
Bestattung in die späte Hallstattzeit datiert.
Ein in Süddeutschland ganz
aussergewöhnlicher Dolch bzw. eisernes Kurzschwert mit Ortband, geringen
Resten der hölzernen Scheide und Elfenbeingriff kann in die Reihe der überaus
qualitätvollen Funde dieser Nekropole eingeordnet werden. Die massiven
Antennen weisen an ihren Enden antithetisch angeordnete, stilisierte und nur
flach modellierte Tierköpfe auf, die wohl als Raubtierköpfe (Panther, Löwe)
anzusprechen sind. Die figürliche Stilisierung unterliegt auswärtigem, wohl
mittelmeerischen Einfluss.
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| Kinding-Ilbling:
Antennendolch mit Elfenbeingriff: verschiedene Aufnahmen. Links: Griff
(Foto: Prähist. Staatssammlung München), Rechts oben und
mitte: Dolch in situ, Rechts unten: Makroaufnahme eines Antennenendes
mit stilisiertem Tierkopf (Foto: Prähist. Staatssammlung München). |
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