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    Ausgrabungen im hallstattzeitlichen Gräberfeld von Kinding-Ilbling    


 

Hügel 8: Kammergrab mit exklusiven Funden

Im Gegensatz zu Hügel 1 war Hügel 8 mit einem Durchmesser von etwa 10,5 m ohne Steineinbauten errichtet worden. Im Zentrum der aus Auelehmen aufgebauten Schüttung wurde eine langrechteckige, etwa 2,4 m x 2,1 m messende, nordnordwest-südsüdost orientierte Grabkammer mit nur geringen Holzresten aufgedeckt.

Kinding-Ilbling: Hügel 8. Grabungsfoto, Plan und idealisierte 3D-Rekonstruktion der Grabkammer Grabkammer Hügel 8 - klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht (47 kB)

In der Kammer fand sich eine Doppelbestattung mit zwei gut erhaltenen Skeletten im Zentrum und am Ostrand der Grabkammer. Die anthropologische Bestimmung ergab einen frühmaturen Mann und eine spätadulte Frau. Während die Verlagerung des linken Beines von Skelett 1 auch auf postmortale Ursachen zurückgeführt werden könnte, ist die weibliche Bestattung im Becken- und Beinbereich durch eine antike Beraubung massiv gestört.

Als Beigaben waren insgesamt 16 Gefässe eingebracht. Dabei zeichnet vor allem das südwestliche Scherbenpflaster die Ecke der Grabkammer deutlich nach. Einige Fundstücke zwischen Becken und Brustkorb des männlichen Skeletts wurden bei der Beraubung übersehen.Es handelt sich um einen eisernen Gürtelhaken, der die Bestattung in die späte Hallstattzeit datiert.

Ein in Süddeutschland ganz aussergewöhnlicher Dolch bzw. eisernes Kurzschwert mit Ortband, geringen Resten der hölzernen Scheide und Elfenbeingriff kann in die Reihe der überaus qualitätvollen Funde dieser Nekropole eingeordnet werden. Die massiven Antennen weisen an ihren Enden antithetisch angeordnete, stilisierte und nur flach modellierte Tierköpfe auf, die wohl als Raubtierköpfe (Panther, Löwe) anzusprechen sind. Die figürliche Stilisierung unterliegt auswärtigem, wohl mittelmeerischen Einfluss.

Antennendolch aus Hügel 8 in restauriertem Zustand - klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht (40 kB) Antennendolch aus Hügel 8 in Fundlage - klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht (34 kB)
Antennendolch aus Hügel 8 in Fundlage (Detail) - klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht (35 kB)
Antennendolch aus Hügel 8: Makroaufnahme eines Antennenendes - klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Ansicht (17 kB)
Kinding-Ilbling: Antennendolch mit Elfenbeingriff: verschiedene Aufnahmen. Links: Griff (Foto: Prähist. Staatssammlung München), Rechts oben und mitte: Dolch in situ, Rechts unten: Makroaufnahme eines Antennenendes mit stilisiertem Tierkopf (Foto: Prähist. Staatssammlung München).

 


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