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| Ausgrabungen im hallstattzeitlichen Gräberfeld von Kinding-Ilbling | |||||||||||||||||
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Riesengrabhügel mit Wagen
Mit ca. 36 Meter Durchmesser zählt Grabhügel 1 zu den grössten Hügeln im nördlichen Oberbayern überhaupt. Seine annähernd quadratische zentrale Steinpackung erreichte Ausmasse von 11,80 m x 11,60 m bei einer Höhe von etwa 1,5 m. Innerhalb des südöstlichen Bereichs der Steinpackung zeigte sich eine bis zum Niveau der Grabkammer reichende, durch antike Beraubung verursachte Störung.
Die durch den enormen Steindruck auf wenige Zentimeter Höhe zusammengedrückte hölzerne Kammer weist mit zahlreichen ver- bzw. inkohlten Brettern und Balkenresten eine Grösse von ca. 6,90 m x 6,05 m auf. In ihr fanden sich neben wenigen kalzinierten Knochen und Tierknochen zwei vollständige Radreifen sowie Fragmente von zwei weiteren Reifen, jeweils mit Resten profilierter Nabenbeschläge. Eine Bestattung wurde nur noch mit geringen Resten von bisher noch nicht weiter bestimmten verbrannten Knochen nachgewiesen. An aussergewöhnlichen Beigaben fanden sich am nordwestlichen Rand der Grabkammer drei Modelle aus feingemagertem rötlichbraunen Ton: ein äusserst sorgfältig gearbeitetes vierspeichiges Tonrädchen mit einem Durchmesser von etwa 8,5 cm eine ebenfalls sehr sorgfältig modellierte, etwa 11,7 cm lange Tonhand und ein nur schwer anzusprechendes, schildförmiges "Tongebilde".
Der einzige bislang bekannte Vergleichsfund eines Fundensembles dieser Art stammt aus einem gut ausgestatteten hallstattzeitlichen Grabhügel von Prächting in Oberfranken. Während sich für Tonhand und "Tongebilde" bisher keine weiteren Parallelen anführen lassen, kommen Tonrädchen dagegen häufiger vor, wie etwa in den Nekropolen im nur wenige Kilometer von Kinding entfernten Beilngries. Gerade der Wagen, vor allem aber auch die Grösse des Hügels und der Grabkammer und die besondere, wenn auch nur in Resten erhaltene Ausstattung zeigen deutlich die gehobene Stellung des Bestatteten.
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