Aussergewöhnliche Befunderhaltung
zeigt vielfältige Bestattungssitten
Bei den insgesamt über die Jahre 1995-1998 10-monatigen Ausgrabungen
wurden in einem ca. 125 m langen und knapp 20 m breiten Teilbereich der
Grabungsfläche insgesamt zwölf Grabhügel, davon allein 8 mit Steinpackungen und
Steinkränzen von etwa 5 bis 35 m Durchmesser komplett oder in Ausschnitten
dokumentiert.
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| Kinding-Ilbling: Gesamtplan der untersuchten Bereiche des Grabhügelfeldes. |
Hinzu kommen vier Grabkammern ohne Steinarchitektur sowie die Erdhügel
8 und 9. Am randlichen Steinkreis von Hügel 5 befand sich noch ein kleines
Brandgrab mit Stele. Ausserdem zeigten sich zwischen den Hügeln vielfältige
Detailbefunde, die mit umgearbeiteten Gräbern, Streuscherben etc. auch
Einblicke in die Dynamik dieses intensiv genutzten Bestattungsplatzes erlauben.
| Kinding-Ilbling: Befundfoto
Hügel 12. Körper- und Urnenbestattung in hölzerner
Grabkammer. |
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Bei einem Grossteil der Hügel handelt es sich um Bauten mit einer zentralen
Steinpackung aus Jurakalksteinen und hölzerner Grabkammer, die von einem
Steinkranz am Hügelfuss oder einer breiten Steinlage umgeben sind. Die zentralen
Steinpackungen sind vorwiegend rechteckig bei einem Grundriss von ca. 5-11 m Breite.
Im Zentrum befinden sich hölzerne Grabkammern, deren Holzreste auf Grund des
feuchten Milieus noch in nennenswerten Resten nachgewiesen sind. Zum Teil weisen
schon eingesunkene Steinabdeckungen auf die ursprünglich vorhandene
Holzkammerdecke hin. Die Kammergrössen erreichen Grundflächen von 4-36 qm.
Zwischen den
Steinhügeln befinden sich weitere Erdhügel, die sich in den sehr schwierigen
Bodenverhältnissen allerdings nur undeutlich abzeichnen.

Scheiterhaufengrab |
In jedem Fall bietet die Kindinger Nekropole mit einfachen Skelett- und
Brandbestattungen, birituellen Mehrfachbestattungen, klaren Nachweisen von
Scheiterhaufenresten in den Hügeln, Scherbenpflastern und Brandspuren bzw.
Skelettnachbestattungen in den Steinpackungen und Hügelschüttungen einen weiteren
differenzierten Einblick in die Vielseitigkeit des hallstattzeitlichen Bestattungsbrauchtums.
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