Die früheisenzeitlichen Grabhügel
von Kinding-Ilbling
Das Grabhügelfeld liegt glücklicherweise zum grössten Teil in von den ICE-
Baumassnahmen nicht direkt gefährdeten Bereichen. Die Grabungen wurden aber
bereits 1995 unmittelbar durch die bahnbedingte Verlegung einer Druckwasserleitung
und auf Grund einer neuen Wegeplanung unverzichtbar.
Hinzu kommt, dass die Bahn grosse Flächen im Gräberfeld als sog. Retentionsgebiete
ausgewiesen hat, in denen massive Bodenabträge erfolgen sollen, um den bis zu 8 m
Höhe aufgeschütteten ICE-Damm auszugleichen.
In diesen Retentionsgebieten kann auf Grund der riesigen archäologisch
betroffenen und sicher nicht mehr komplett untersuchbaren Befundflächen nur versucht
werden auf die Bahn einzuwirken, damit sie ihre Planung archäologieverträglich
umstellt.
Das hallstattzeitliche Grabhügelfeld von Kinding/Ilbling (ca. 800-450 v. Chr.) liegt zum
weitaus grössten Teil auf der Niederterrasse, die unter heutigen Klima- und
Abflussverhältnissen regelmässig bei Hochflutereignissen überflutet wird und deshalb
weitflächig von Auesedimenten überdeckt ist. Unter diesen Auesedimenten findet sich
das durch sie bestens konservierte Gräberfeld.
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| Luftbild mit deutlich sichtbaren Hügel-Verfärbungen
(Foto: BLfD Ingolstadt). |
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Das bis vor kurzem noch völlig unbekannte und mit mehreren 100 Hügeln und ca. 5
Hektar Fläche überdurchschnittlich grosse Kindinger Grabhügelfeld wurde erst Anfang
Mai 1995 bei erneuten Befliegungen des Talabschnittes durch die Luftbildarchäologie
entdeckt. Das besonders feuchte Frühjahr hatte dazu beigetragen, dass das Getreide
schnell wuchs. An den Stellen allerdings, an denen sich im Untergrund die
Steinpackungen und Steinkreise befanden, zeichneten sich die Gräber im Luftbild als
die bekannten "negativen Bewuchsmerkmale" ab.
Erst bei den Ausgrabungen
wurde dann allerdings klar, dass sich in den Luftbildbefunden nur die grösseren Hügel,
die bis knapp an die heutige Oberfläche heranreichen oder die Hochflutsedimentdecke
durchstossen, zeigen. Andere meist kleinere Grabhügel sind dagegen vollständig
überdeckt und damit obertägig nicht kenntlich.
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