ArcTron Ingenieurbüro für 3D-Vermessung und Archäologie

Home : Publikationen : Enkering : Seite 4 english

    Die hallstattzeitliche Siedlung mit Herrenhof von Enkering    


 

Anmerkungen zur Grabungsproblematik

Die Grabungen im Enkeringer Anlautertal waren grabungstechnisch durchgehend problematisch, da das Grundwasser im Sommer nur wenige Dezimeter unter Planum lag und im Herbst und Winter direkt bis Planumshöhe oder darüber anstieg.

Foto: überschwemmtes Planum Foto: Unkonventionelle Rettungsmaßnahmen für ein Profil
Links: Mehr als problematische Grabungsverhältnisse bei stetig steigendem Grundwasserspiegel im Herbst 1998. Andererseits bewahrte das feuchte Milieu organische Funde, wie Holz etc., die sonst in der Regel nicht mehr erhalten sind. Rechts: Durch das steigende Grundwasser brechen die Profile sehr schnell nach, so dass z.T. auch unkonventionelle Rettungsmassnahmen notwendig wurden.

Leider konnte auf Grund der ständigen Finanzknappheit aber immer erst gegraben werden, wenn wieder ein Teilbetrag nach zähen Verhandlungen beschafft werden konnte. Dadurch haben wir im Jahr 1998 die besten Grabungszeiten im Sommer verstreichen lassen müssen, um schliesslich unter ständigem Pumpenseinsatz erst im Frühherbst wieder mit den Grabungen beginnen. Dadurch ergaben sich gravierende technische Probleme besonders durch das ständig nachsteigende Grundwasser nicht nur bei der generellen Dokumentation, sondern vor allem auch durch nachbrechende Profilen. In diesem Zusammenhang ist unserem ganzen Team, besonders den Grabungsleitern Sabine Watzlawik M.A. und Stefanie Graser M.A. aber auch dem Rest der Mannschaft und den beteiligten Asylbewerbern und ABM-Kräften ein Dank auszusprechen, dass sie trotz der oft katastrophalen äusseren Bedingungen durchgehalten haben. Die Grabungen werden soweit überhaupt möglich momentan vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege fortgesetzt.

Enkering: Kartierung hallstattzeitlicher Fundstellen im Umfeld
Enkering: Kartierung hallstattzeitlicher Fundstellen im Umfeld. Die Kartierung zeigt die dichte Siedlungs- und Gräberfeldbelegung um die Schellenburg.

Abschliessend ist nochmals auf das archäologische Umfeld in diesem Abschnitt des Schwarzach-, Anlauter- und Altmühltales zurückzukommen. Im Rahmen der grossflächigen archäologischen Untersuchungen im Bereich der ICE-Trasse wurden ausserdem neben weiteren Siedlungen der Hallstatt- und Frühlatènezeit auch ein grosses wohl über 1000 Bestattungen zählendes zeitgleiches Grabhügelfeld (bei Kinding-Ilbling) entdeckt. Zusammen mit den Altfunden, den bereits bekannten Grabhügelfeldern und Luftbildbefunden ergibt sich eine überaus dichte, beinahe flächendeckende hallstattzeitliche Besiedlung in diesem Raum. Die noch fassbare hohe Fundqualität und Besiedlungsdichte ist nur durch die günstige verkehrsgeographische Situation am Zusammenfluss von Altmühl und Schwarzach zu erklären. In Erwägung zu ziehen ist noch eine Ausbeutung von Eisenerzvorkommen auf der Albhochfläche bzw. den Talhängen, wobei der Nachweis einer Nutzung für die Hallstatt- und Latènezeit eventuell über allerdings noch sehr vereinzelte Eisenschlackefunde in den Siedlungen erfolgen kann.

In Anbetracht der vorliegenden Befund- und Fundlage bleibt zu hoffen, dass die Ausgrabungen in der ICE-Trasse weitergeführt werden können, da sich trotz aller finanzieller Probleme erstmals die Möglichkeit bietet, einen Kleinraum von überregionaler Bedeutung in repräsentativen Ausschnitten retten und auswerten zu können.

 


zurück zurück  | 1 - 2 - 3 - [ 4 ]|   [Ende]
 
 

     
 Stand: 03.09.2002 ArcTron GmbH · Ringstraße 8 · D-93177 Altenthann
Tel.: (09408) 850-10 · Fax: (09408) 850-121